ausführlich - Dachdeckerei Grüner

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Geschichte

Unser Betrieb, die Dachdeckerei Grüner, wurde 1909 von Reinhold Grüner gegründet und besteht in 4. Generation.
Als Sohn des Schieferbrucharbeiters Herwart Grüner und seiner Ehefrau Ida Grüner, wurde Reinhold Grüner am 15. August 1883 in Weitisberga, dem Schiefergebiet des Thüringer Waldes, geboren.
Vom 6. bis zum 14. Lebensjahr besuchte er die Volksschule. Nach seiner Konfirmation erlernte er das Schieferdeckerhandwerk bei Schieferdeckermeister Hermann Walther in Bockau (Erzgebirge), wo er bis Dezember 1901 arbeitete.

Im März 1902 kam er nach Aue zu Schieferdeckermeister August Walther und blieb bis Dezember 1902.
Am 1. April 1903 ging er, wie damals so üblich, auf Wanderschaft, auch „Walz“ genannt. Unter anderem arbeitete er auch in Regensburg bei Schiefer- und Ziegeldeckermeister Karl Gundermann, wo er bis 1906 blieb. In den Wintermonaten, in denen es keine Arbeit gab, verweilte er bei seiner Frau und seinen Eltern.
Am 10.10.1905 wurde Sohn Alfred in Weitisberga geboren.
Vom 1. März 1907 bis 20. Dezember 1908 arbeitete Reinhold Grüner wieder in Bockau bei seinem Lehrmeister Hermann Walther. Er konnte nun seine Erfahrungen, welche er in den Jahren seiner Wanderschaft machte, mit in diesen Betrieb einbringen.

Am 1. März 1909 zog er mit seiner Frau und seinen, bis dahin 2 Kindern, nach Raschau.
Zuerst wohnhaft im heutigen Haus Annaberger Straße 59, erwarb er wenige Zeit später das jetzige Haus in der Schulstraße 27, dem heutigen Firmensitz der Dachdeckerei Grüner.

Am 1. Juni 1909 machte er sich selbstständig und eröffnete seinen Betrieb.
Seine Gesellen und Lehrlinge kamen aus dem Thüringer Schiefergebiet.
Sie blieben vom Frühjahr bis zu Beginn der kalten Jahreszeit. Es war keine leichte Zeit, denn neben der Familie, welche aus 6 Personen bestand (Reinhold und Olga Grüner hatten außer Sohn Alfred auch noch 3 Töchter), wurden auch die im Betrieb tätigen Gesellen und Lehrlinge beherbergt und verköstigt.
Viele Leute hatten kein Geld, um sich die Arbeiten an ihrem Dach leisten zu können. Es kam deshalb oft vor, dass man damals auch mit Naturalien bezahlte (Brot, Fleisch, Butter, Milch usw.).
Die Arbeit war mühsam - mit Leiterwagen und Pferdegespannen wurde das Material auf die Baustelle transportiert, auch war der Arbeitstag nach 8 Stunden noch nicht beendet.

So arbeitete man über viele Jahre bis am 1. Juni 1939 Reinhold Grüner das Schicksal ereilte, das so manchen Schieferdecker schon getroffen hatte. Er verunglückte bei seiner Arbeit an einem Haus in Langenberg (heute Elterleiner Straße 43). Wenige Tage später erlag er seinen Verletzungen.
Sein Sohn Alfred, welcher das Schieferdeckerhandwerk im väterlichen Betrieb erlernte und ebenfalls den Meistertitel trug, übernahm das Geschäft und hielt die Firma aufrecht bis zur Einberufung als Soldat.

Nach langer Kriegsgefangenschaft wurde 1950 unter unsäglichen Mühen der Betrieb wieder begonnen. Ja man kann sagen, dass die Nachkriegszeit für alle die schwerste Zeit war.
Als 1-Mann-Betrieb, mit Hand- und Tafelwagen, beladen mit Material und Gerüst, zog man auf die Baustelle. Alles stammte noch aus der Vorkriegszeit, neues Material war kaum zu bekommen. So ging es bis hoch ins Mitweidatal (bekannt als Nietzschhammer), bis Schwarzbach und den umliegenden Ortschaften, mit gezogen und geschoben von seiner Frau Paula, und manchmal sogar auch von seinen Kindern Rolf und Gerda.
Arbeit war zwar da, aber das Geld wieder knapp und Material gab es noch weniger. Trotzdem war es ein Neuanfang, man war wieder „sein eigener Herr“ und es ging langsam wieder aufwärts.
1956 arbeitete man endlich zu zweit, der 1. Lehrling, Alfreds Sohn Rolf, kam in die Firma. Jedoch waren die Arbeitsbedingungen noch dieselben, die Arbeitszeit betrug mindestens 12 Stunden, an Urlaub war nicht zu denken, und die Mahlzeiten fuhr Alfreds Ehefrau Paula mit dem Fahrrad auf die Baustelle.

Jahre vergingen, eine Basis war wieder geschaffen, auf die man aufbauen konnte.

Das 1. Auto, ein „Hannomag“ mit Anhänger, wurde in den 60er Jahren gekauft, später dann ein „EMW“ mit Anhänger und danach ein
"Barkas", Typ „Framo“, erworben. Damit wurden die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert. Man konnte das wenige zugeteilte Material selbst transportieren und auch den Kundenkreis erweitern.

1968 erhielt nun auch Alfreds Sohn Rolf den Meisterbrief. Weitere Lehrlinge wurden ausgebildet. Somit konnten nun auch größere Arbeiten ausgeführt werden.
Alfred Grüner selbst arbeitete in seiner knappen Freizeit aktiv im Vorstand der Einkauf- und Liefergenossenschaft mit, in welchem auch später sein Sohn mitwirkte.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Raschau prägte ein Stück Geschichte der Familie. Wie Reinhold Grüner, war auch Alfred (als Wehrleiter) über viele Jahre in dieser Wehr aktiv. Sohn Rolf ist heute noch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Raschau.

Bis zur Übergabe des Betriebes 1975 altershalber an seinen Sohn Rolf Grüner hat er einen stabilen Handwerksbetrieb mit 5 Beschäftigten und einem großen Leistungsangebot wieder aufgebaut.

Betrieb und Lager wurden erweitert. Der Umsatz konnte trotz großer Material- und Fahrzeugprobleme in den folgenden Jahren gesteigert werden.
Ein Fahrzeug „B 1000“ wurde „zugeteilt“ erworben.

1981 gab Frau Ute Grüner ihre Arbeit im Kundendienst des Waschgerätewerkes Schwarzenberg auf, um nur noch für Betrieb und Familie da zu sein.

1989 kam die Wende im Osten Deutschlands - eine Wende auch für unseren Betrieb.
Die Firma vergrößerte sich unter Beibehaltung alter handwerklicher Traditionen, um den vielfältigen Tätigkeiten, die das Dachdeckerhandwerk umfassen, und den vielen Anforderungen, die nun auf uns zukamen, gerecht werden zu können.
Alle Mitarbeiter mussten sich mit neuen Materialien und Technologien vertraut machen, damit sämtliche Arbeiten, die unser Gewerk betreffen, zur fachgerechten Ausführung kommen konnten.

Da Rolf‘s Sohn Andreas den Beruf eines Lehrers erlernte, stieg Tochter Annett in den Betrieb mit ein.
Sie schulte 1990 - 1992 zum Dachdeckergesellen um und war auf den Baustellen mit tätig.

Der Betrieb, welcher nun mittlerweile aus 10 Mitarbeitern bestand, lief gut. Es wurden neue Autos angeschafft, Aufzüge und Lifte gekauft. Auch die Arbeit mit dem Computer im Büro war nicht mehr wegzudenken und erleichterte die zunehmenden Verwaltungsaufgaben. Umschulungslehrgänge wurden in Anspruch genommen, woran auch sein späterer Schwiegersohn Volker Freitag teilnahm.

Er begann schließlich die Meisterschule und erhielt 1999 den Meisterbrief. Somit war die Weiterführung des Unternehmens in 4. Generation gesichert.

Im Jahre 2001 wurde eine Umstrukturierung der Firma vorgenommen. Die Dachdeckerei Grüner GmbH wurde gegründet. Rolf Grüner und damals noch Volker Freitag (jetzt Grüner) wurden Geschäftsführer.

 
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